Lean Startup Machine Munich 2015

Viele, sehr Viele, kennen das Buch „Lean Startup“ von Eric Ries. Ein sehr zu empfehlendes Buch über die Gründung von Unternehmen. Auch wir haben das Buch gelesen und haben die Lean-Methodik mit bestem Wissen und Gewissen in unseren Gründungsprozess eingebaut. Aber: Was wir letztes Wochenende gelernt haben, war dann doch eine ganz andere Hausnummer. Wir haben am Lean Startup Machine Munich Workshop teilgenommen. 48 Stunden intensives Lernen und mit Vollgas testen, testen, testen!

 

Was passiert an so einem Wochenende?

Der Workshop ist in Einheiten aufgeteilt. Vorträge über die Methodik werden durch persönliche Mentorierung ergänzt. Der wichtigste Part ist aber: „Get out of the building!“ was ganz wörtlich zu verstehen ist. Man geht auf die Straße, sucht seine Zielgruppe und spricht Angesicht zu Angesicht mit Menschen. Das ist eine Herausforderung und in der Komfortzone spielt sich das Ganze nicht ab – so mancher Teilnehmer war garantiert sogar ziemlich weit außerhalb seines Wohlfühlbereichs.

Welche Vorträge gibt es?

Zu Beginn natürlich Allgemeines über die Methodik und die verwendeten Tools (Javelin Board). Es geht weiter mit der Kundenfindung und insbesondere mit den Do’s und Don’ts der Kundeninterviews. Das KnowHow für die Auswertung der Interviews wird dann natürlich ebenso vermittelt wie das Design von Landingpages für den online-Auftritt und der Verwendung der „Concierge Methode“. Viel wichtiger als die Vorträge sind jedoch immer die direkten Feedbacks der Mentoren – dabei lernt man das Gehörte dann erste so richtig anzuwenden – und bekommt vor allem sofort mit, wenn man etwas nicht richtig verstanden hat.

Reicht nicht einfach das Buch?

Das können wir jetzt klar sagen: Nein! Im Seminar lernt man in so kurzer Zeit so viel, wie man das mit dem Buch nie könnte und insbesondere selbst auch nie wirklich machen würde.

Zum einen ist da das kleine Zeitfenster. Durch den Zeitdruck überlegt man oft mal nicht lange sondern handelt sofort. Und genau das bringt immer sofort eine Erkenntnis. Machen statt langwierig Details nochmals und nochmals durchdenken! In kleinen Schritten vorwärts. Das sind dann aber auch echte Schritte, manchmal sogar ziemlich große.

Zum Zweiten bringt das direkte Feedback von Mentoren enorme Vorteile. Die Mentoren kennen den Prozess und können Denkanstöße in Richtungen geben, die ein völliges Umdenken ermöglichen. Die Perspektiven von Außen durch Kenner hat unheimlich viel Potential – vor allem, wenn man von den Mentoren dann auch wirklich immer wieder aufs Neue herausgefordert wird, um noch mal und noch mal zu prüfen, zu testen und das Gelernte für die nächsten Tests umzusetzen.

Wie wars? Fazit?

Fantastisch! Lehrreich! Ziemlich anstrengend! Unglaublich viel Spaß! Durch die vielen Mentoren, das ständige Feedback und das allgemeine Gewusel, ist man immer gefordert sich zu beweisen. Unentwegt spielt man Szenarien durch und vor allem steckt man ziemlich viel Energie in echtes Testen – auf der Strasse und online. Der Prozess birgt insbesondere die Validierung, also Bestätigung, von Hypothesen aufgrund von realen Tests. Geschlafen haben wir dann auch nicht übermäßig viel, um die ein oder andere Sache schnell online zu bekommen. Aber die Anstrengung tritt völlig in den Hintergrund, denn an dem Wochenende kann man Dinge real überprüfen – wofür man sonst viel länger gebraucht hätte, wenn man es denn überhaupt gemacht hätte.

Der Workshop lohnt sich auf jeden Fall! Vielen herzlichen Dank daher an den Boss und Organisator der Lean Startup Machine MunichRalf Westbrock mit seinem Team und insbesondere Andi Aigner, der uns keine ruhige Minute gelassen hat („In 2 Minuten bin ich wieder da und dann habt ihr mir 1 Seite A4 mit Euren Learnings von diesem Test!“).

MACHEN

P.S.: Übrigens haben wir letztlich den 2. Platz belegt – denn man ist an dem Wochenende auch noch im Wettstreit mit den anderen Teams. 😀

Und Ben O’Hear von Revelate hat einen schönen Blogpost über das Ganze aus Sicht eines Mentors geschrieben. Auch sehr interessant, vielen Dank (auch für ein paar der Bilder hier)!

Bernhard Scholz

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