Rückblick: Die Entstehungsgeschichte der ersten Kontext-Ausgabe

Während der letzten Wochen arbeiten wir fleißig an Thema Nr. 3 – Energiewende – recherchieren, zeichnen, diskutieren. Da sich die Sommerpause langsam dem Ende nähert, konnten wir nun auch alle wichtigen Interviewpartner mit unseren Fragen löchern und befinden uns jetzt in der Postproduktion der Inhalte. Das Erscheinen naht also.

Vorher wollen wir hier einen kurzen Rückblick zum Entstehen der ersten Ausgabe geben.  

Wieso ausgerechnet TTIP als erstes Thema?

Wir wurden einige male gefragt, wieso wir ausgerechnet mit TTIP gestartet sind. “Trocken, sperrig, undurchsichtig, schwierig…” In der Tat ist TTIP kein einfaches Thema, denn die Verhandlungen sind nicht öffentlichen, vieles ist spekulativ.

Welche Themen von uns in der Tiefe aufgearbeitet werden, entscheiden wir aber nicht alleine. Wir finden es wichtig die Themen zu bearbeiten, die unsere Mitglieder auch wirklich interessieren. Daher schlagen wir ein paar vor und unsere Leser stimmen dann ab. Mitglieder und Leser der ersten Stunde sind Unterstützer eines Crowdfundings auf Startnext, das im Februar endete.

Eine deutliche Mehrheit war für TTIP. Offensichtlich waren bei dem Freihandelsabkommen zwischen den USA und Europa einige Fragen offen. Ein sehr gutes Thema für unser Magazin: Es gibt Pro und Kontra, zahlreiche Perspektiven, eine ganze Menge Unklarheit und letztlich kann es jeden betreffen.

Beginn der Recherchen

In Der Kontext geht es um Zusammenhänge und Hintergrundwissen. Beides müssen wir natürlich auch erst einmal recherchieren. Zunächst haben wir deshalb in einer Redaktionssitzung die Köpfe zusammen gesteckt und über die Verknüpfungen gebrütet. Außerdem ganz wichtig: Es ist von Anfang an jemand dabei, der sich mit dem Thema schon länger beschäftigt, damit eine klare Richtung da ist. Für TTIP war das einfach, denn Bernhard kannte sich mit dem Thema schon gut aus. Nach dem ersten Brainstorming hatten wir eine grobe Themenkarte.

Damit es schnell weiter geht und sich jeder auf die Bereiche konzentriert, die er am besten bearbeiten kann, haben wir die Aufgaben verteilt. Wer kümmert sich um den Bereich Politik? Wirtschaft? Gesellschaft? Jeder Autor hat dann für seinen Bereich recherchiert, kurze Erklärtexte verfasst und Links empfohlen. Auch die Quellen speichern wir mit dazu, damit alles auch nachvollziehbar ist. Im Fall von TTIP sind in unserer Themenausgabe so zusätzlich zu den kurzen Texten und Hintergrundartikeln über 120 Linktipps zusammengekommen.

Warum Experteninterviews?

Ein sehr wichtiger Aspekt von „Der Kontext“ sind Experteninterviews. Als Experten sehen wir diejenigen an, die sich schon lange beruflich mit einem Thema auseinander setzen und daher die Themenkarte gut um ihre fundierte Perspektive ergänzen können. Auch wenn Wissenschaftler Methoden folgen, die eine valide Einschätzung möglich machen – unterschiedliche Meinungen gibt es trotzdem immer. Deswegen kommen im Kontext beide Seiten zu Wort.

Die Fragen die wir den Experten stellen sind oft vielfältig und grundsätzlich, sodass die Gespräche meist sehr lange dauern. Alle Interviews werden von uns dann entweder in Artikeln zusammengefasst oder in vielen Video- oder Audiosnippets nach Fragen aufgeteilt und thematisch passend auf der Kontextkarte platziert.

Die technische Plattform mit Leben füllen

Bis zum Crowdfunding hat die Plattform für das Magazin schon ganz gut funktioniert. Doch als wir die Inhalte dann eingebaut haben, war es so wie es immer ist: Irgendwas klappt dann halt doch noch nicht so ganz. Bei einem so neuen Ding sei das aber normal – wurde uns  gesagt. Gerade deshalb haben wir nicht locker gelassen, Tag und Nacht entwickelt und gebastelt bis dann alles soweit fertig war. Wir hatten beispielsweise noch unterschätzt, wie lange es dauert, bis die Inhalte mit allen Links und Bildern im System waren.

Auch wenn bald Thema 3 erscheint: Die technische Entwicklung geht natürlich weiter. Einige Features sind so gut wie fertig, andere brauchen länger als erwartet. Wenn es etwas Neues gibt, schreiben wir natürlich darüber.

Die erste Veröffentlichung

Ehrlich gesagt waren wir sehr sehr aufgeregt, als wir schließlich am 19. Mai auf den Startknopf gedrückt haben. Ein wenig übermüdet, trotzdem hellwach, gab es einen kleinen Countdown und direkt nachdem das Thema TTIP online war, haben wir einen Newsletter an alle Mitglieder verschickt. Insgesamt sind wir sehr glücklich innerhalb so kurzer Zeit unseren Crowdfundern ein Magazin zu liefern.

Feedback

Natürlich waren wir auf Feedback gespannt und das hat auch nicht lange auf sich warten lassen. Schließlich wollen wir das Magazin weiter verbessern und Kritik ist dafür immer sehr hilfreich. Insgesamt war das Feedback sehr positiv. Natürlich kamen auch Verbesserungsvorschläge, aber alles war äußerst konstruktiv. Das ist natürlich super.

Updates der Inhalte

Bislang mussten wir für TTIP nichts aktualisieren – denn der Hintergrund hat sich nicht geändert. Der politische Wille es umzusetzen ist nach wie vor groß, auch wenn einzelne Politiker gerade wieder wild herumrudern. Die Politelite aller Länder Europas ist der Meinung, dass Europa Freihandel braucht und denkt, dass ein großes Abkommen dafür sinnvoll wäre. Aber sie haben angesichts der nächsten Wahlen Angst Wähler zu verlieren. Wegen der vielen Proteste ist das auch nachvollziehbar. Aktuell (September 2016) scheint es sehr unwahrscheinlich, dass TTIP noch während der Amtszeit von Präsident Obama realisiert wird. Auch, ob ein Abkommen letztlich TTIP heißt, ist derzeit offen. Die Grundvoraussetzungen, Inhalte und Abläufe, die wir im Thema abgebildet haben, sind weiter aktuell.

Soweit ein kleiner Einblick in unser Vorgehen. Bei Fragen –> fragt! 🙂

Ausblick: Nach dem Crowdfunding

Bevor wir tatsächlich mit der Themenproduktion beginnen konnten, hatten wir viele Monate Entwicklung, eine Betaphase und zwei Stipendien hinter uns. Den Grundstein für den Start hatte ein Crowdfunding gelegt, das im Februar diesen Jahres ausgelaufen ist. Viele fragen uns, wie wir das Crowdfunding geplant haben, wieso Startnext als Plattform und viele Fragen mehr. Daher werden wir hier in einem der kommenden Posts auch über unsere Erfahrungen schreiben.

 

Julia Köberlein

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